Aktuelles

06.03.2009, phaenovumWie man dem Aids-Virus zu Leibe rückt

phaenovum-Thema am Regionalwettbewerb Südbaden von Jugend forscht

Mit dem Thema „Praktische Herstellung eines Aids-Medikaments“ machen Thorsten Kaltenbacher (links) und Alina Stärk bei Jugend forscht mit.
In einem Labor der Justus-von-Liebig-Schule entwickelten sie ihren Wirkstoff (Bild hier uploaden).
Lehrer Thomas Wiederkehr (rechts) betreut ihr Projekt. | BZ-Foto: Freudig


WALDSHUT-TIENGEN . (ufr).
"Praktische Herstellung eines Aids-Medikaments" heißt es auf der Themenliste des 44. Wettbewerbs Jugend forscht. Mit diesem Thema nehmen Thorsten Kaltenbacher (18) aus Schönenbach-Schluchsee und Alina Stärk (18) aus Gurtweil an dem Nachwuchswettbewerb für junge Forscher teil.

Sie besuchen das Biotechnologische Gymnasium der Waldshuter Justus-von-Liebig Schule und gehen in drei Wochen in die Abiturprüfungen. Alina Stärk möchte Humanmedizin studieren und Thorsten Kaltenbacher molekulare Medizin. Die beiden sind eines von insgesamt elf Teams aus dem Kreis Waldshut, die bei Jugend forscht mitmachen.

Thomas Wiederkehr betreut ihr Forschungsprojekt. Er leitet die Abteilung Biologie/Chemie/Life-Sciences des Schülerforschungszentrums "phaenovum" in Lörrach, das die Möglichkeit gibt, in Laboren zu forschen und zu entdecken. Im Bereich Life-Sciences dient das Labor der Justus-von-Liebig-Schule als Forschungsstätte.

Die Anregung, mit diesem Thema bei Jugend forscht mitzumachen, kam von Thomas Wiederkehr. "Unser Ziel war es, ein Protein herzustellen, das spezifisch gegen Aids wirken soll", berichtet Thorsten Kaltenbacher. Fusionshemmende Medikamente verhindern, dass der HI-Virus an die Zelle andockt, sie zerstören den Virus aber nicht.
Thorstens und Alinas Wirkstoff soll den Virus aber nicht nur abhalten, an eine Zelle anzudocken, sondern sie auch vernetzen und im Idealfall zerstören. "Wir haben zwei Proteine zusammengebracht, die eine ähnliche Struktur wie Antikörper haben", erklärt Alina Stärk. Offen ist, ob ihr Wirkstoff tatsächlich in der Lage ist, an den HI-Virus zu binden. Weitere Forschungen mit HI-Viren wären für den Nachweis nötig.

Thorsten Kaltenbachers und Alina Stärks Forschungen könnten ein wichtiger Entwicklungsschritt in Richtung eines neuen Aids-Medikaments sein. Fachleute beurteilen heute ihr Projekt in Freiburg beim Regionalwettbewerb Südbaden von Jugend forscht.