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13.06.2008, phaenovumphaenovum - Fachbereich LifeSciences

Laborbesichtigung an der Justus-von-Liebig-Schule

Badische Zeitung vom Freitag, 13. Juni 2008

Life-Science am "phaenovum" : Wohin die Reise geht

Der Verein Schülerforschungszentrum besuchte die Justus-von-Liebig-Schule in Waldshut und deren Biotechnologie-Labors

Von unserem Mitarbeiter Niklas Ehrentreich

LÖRRACH. Talent fördern und Basistechnik vermitteln — das soll im neu entstehenden Life-Science-Komplex des Schülerforschungszentrums "phaenovom" geschehen. Wie das funktionieren könnte, macht die Justus-von-Liebig-Schule in Waldshut vor, die mit dem Schülerforschungszentrum eng kooperiert.

Der hochmoderne Labortrakt des Biotechnologie-Zweiges der Waldshuter Schule dient als Vorbild für die Einrichtung und Ausstattung des Zentrums, das auf dem Gelände des Hans-Thoma-Gymnasiums im Kern seit ein paar Monaten existiert und ausgebaut werden soll. Die Laborräume der Waldshuter Schule waren am Mittwoch Ziel einer Exkursion von Vertretern des Vereins Schülerforschungszentrum Lörrach-Dreiländereck, der das "phaenovum" trägt. Diana Stöcker-Unnerstall von der Innocel GmbH, ihre Kollegin Cornelia Flury und Jan Olaf von Endress+Hauser ließen sich den großen Komplex vorführen, der mit hochmodernem Gerät und 26 großzügig mit Forschungsutensilien bestückten Arbeitsplätzen aufwartet. "Natürlich werden in Lörrach einige Apparaturen etwas kleiner ausfallen, schon aus Platzgründen" , stellt Thomas Wiederkehr klar und verweist damit etwa auf die beiden Steril-Arbeitsplätze, die die hintere Hälfte des ersten Labors einnehmen. Der Biotechnologe, der als Lehrer an der Justus-von-Liebig Schule tätig ist, wird in Lörrach einen großen Part bei der Anleitung der Schülerinnen und Schüler übernehmen.

Durch die Vernetzung der Schulen und die Einbindung der Lehrer erhoffen sich die Planer großen Zulauf für das Lörracher Zentrum. Das Thema ist jedenfalls spannend für den Forscher-Nachwuchs. Die Waldshuter Schule hat für die 52 Plätze in ihren Biotechnologie-Klassen in diesem Jahr immerhin 137 Bewerber gehabt, wie Schulleiter Wolfram Kremp berichtet. Auch wenn die Planung voranschreitet, inhaltlich hat Wiederkehr noch keine Schwerpunkte gesetzt. Die Schüler sollen schließlich eigene Interessen benennen und aus diesen heraus Experimente und Forschungsschwerpunkte erarbeiten.

Dabei gibt es natürlich Einschränkungen. Etwa die Klassifizierung von Forschungsobjekten in Stufen, die vorgeben, wer damit hantieren darf. Auch die Gesetzgebung setzt Grenzen. "Wenn da einer menschliche Zellen klonieren will, dann geht das halt einfach nicht" , bringt Wiederkehr diese Limitierung trocken auf den Punkt. Wichtig ist bei aller Lust am Ausprobieren das handwerkliche Know-how, sind sauber ausgeführte Experimente, penibel erfasste Daten. Und: "Klar, es fällt eine Menge Abwasch an" . Petrischalen und Reagenzgläser spülen sich eben genauso wenig von selbst wie ihre Verwandten für Müsli und Saft. Am Ende ist der Rundgang ein Blick in die Zukunft des "phaenovum" gewesen — auch wenn das mit 15 Plätzen kleiner sein wird als der Pate aus dem Nachbar-Landkreis.